
Endlich war es soweit!
Am vergangenen Samstag haben wir gemeinsam mit unserer Prinzessin Ilaria das Rathaus erobert – und sie durfte stolz den begehrten Rathausschlüssel in Empfang nehmen.
Los ging es mit einem kurzen, herzlichen Empfang im Rathaus, bei dem wir unsere Gastvereine begrüßen durften. Anschließend trafen sich alle Vereine auf dem Festplatz, von wo aus ein bunter Umzug bis auf den Marktplatz zog. Dort angekommen sorgten der Fanfarenzug und der Spielmannszug für beste Stimmung. Nach einer kleinen, närrischen Diskussion mit dem Bürgermeister war es dann offiziell: Der Schlüssel wurde überreicht – die närrische Zeit in Markgröningen kann beginnen! Im Anschluss wurde mit DJ Tony bei einer ausgelassenen Afterparty der ganze Marktplatz zur Partyzone. Gute Musik, tolle Stimmung und ganz viel Faschingsfreude machten den Tag perfekt.
Zum Schluss sagen wir Danke: an unsere Gastvereine, an den Bürgermeister, an alle Helferinnen und Helfer und natürlich an alle Gäste, die diesen Rathaussturm zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.

Stadtkapelle Markgröningen begeistert bei den Adventskonzerten 2025 in der Bartholomäuskirche Markgröningen

Wenn der Musikverein Stadtkapelle Markgröningen zu den traditionellen Adventskonzerten am vierten Adventswochenende in die Bartholomäuskirche lädt, erwartet das Publikum Musik auf höchstem Niveau – und auch in diesem Jahr wurden die Erwartungen mehr als erfüllt: Die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Georg ter Voert konnten die gesamte Bandbreite sinfonischer Blasmusik eindrucksvoll unter Beweis stellen.
In der am Samstag sehr gut besuchten und am Sonntag ausverkauften Bartholomäuskirche spannte das Orchester einen weiten Bogen von barocker Erhabenheit über monumentale Tondichtungen bis hin zu einem besinnlichen Ausklang.
Den würdigen Rahmen für die großen sinfonischen Werke der Abende bildeten Kompositionen und gelungene solistische Vorträge aus der Feder der alten Meister Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann. Die klare Struktur und feierliche Strahlkraft dieser Barockwerke kamen in der Akustik der Kirche besonders gut zur Geltung und stimmten das Publikum auf das hohe musikalische Niveau des Abends ein.
Ein erster emotionaler Höhepunkt war Bedřich Smetanas „Die Moldau“. Der Stadtmusikdirektor verstand es, den Lauf des tschechischen Flusses hörbar zu machen: Von den ersten zarten Quellbewegungen in den Flöten bis hin zum majestätischen Hauptthema, das mit vollem Blech und warmen Holzbläserregistern durch die Kirche strömte, das Orchester nahm die Zuhörer mit auf eine bildgewaltige Reise.
Dramatischer wurde es mit dem Werk von Ottorino Respighi. Im dritten Satz („Die Pinien auf dem Janiculum“) schufen die Musiker eine fast magische Nachtstimmung, die durch feine Soli und eine mystische Atmosphäre bestach. Darauf folgte der triumphale Marsch der römischen Legionen auf der Via Appia. Das kontrolliert aufgebaute Crescendo und die strahlende Klanggewalt des Blechs im Zusammenspiel mit der Orgel brachten die Mauern der Bartholomäuskirche förmlich zum Beben – ein physisches Musikerlebnis, das die Zuhörer tief beeindruckte.
Einen modernen, aber ebenso symphonischen Kontrast boten die „Symphonic Highlights aus Frozen“. Die Auszüge aus der Musik zum Disney-Erfolg „Die Eiskönigin“ entfaltete in der Bearbeitung für Blasorchester einen ganz eigenen Zauber. Zwischen heroischen Passagen und zarten, winterlichen Melodien bewies das Orchester seine Wandlungsfähigkeit und begeisterte damit alle Generationen im Publikum.
Nach diesen gewaltigen Klangbildern wechselte das Orchester zu weihnachtlicher Atmosphäre. Ensemble und Sängerinnen gelang es mit ihren Vorträgen das Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für einen Abend, der die Vorfreude auf das Weihnachtsfest auf höchstem künstlerischem Niveau einläutete.
Die Zugaben des Orchesters waren noch einmal schwungvoll und glanzvoll: Mit einem Medley amerikanischer Weihnachtslieder verabschiedete sich die Stadtkapelle und entließ das Publikum nach einer weiteren Zugabe aus der Moldau mit festlicher Vorfreude in den Winterabend.

Klänge - Momente - Gefühle am 27.04.2025
Klänge, Momente und Gefühle wurden erlebbar, beim Konzert „500 Jahre Musik“ zu dem der Musikverein Stadtkapelle Markgröningen e.V. am vergangenen Sonntag, den 27.04.2025 in die Bartholomäuskirche eingeladen hatte. Der Erlös des gut besuchten Konzerts wird an den Förderverein Bartholomäuskirche Markgröningen e.V. zugunsten der Kirchensanierung gespendet.
Das alte Gotteshaus am Marktplatz, auch Strohgäudom genannt, bestimmt das Stadtbild seit über 750 Jahre. Aber bereits davor stand an dieser Stelle schon eine kleine Kirche. Diese und weitere spannende Informationen erhielten die zahlreich erschienenen Besucher während dem Konzert von einer Stadtführerin, die drei Kinder gerade durch die Kirche führte (gespielt von Roswitha Feil und Gregor, Meike sowie Clemens Liebing).

Passend zur Vorgängerkirche erklang zu Beginn des Konzerts "Veni Creator Spiritus", ein lateinischer Hymnus aus dem 9. Jahrhundert. Danach wurde das Publikum in die Zeit des Armen Konrads um 1514 entführt. In Markgröningen, damals noch Grüningen genannt, predigte Pfarrer Gaißer (gespielt von Norbert Kretschmer), ein Reformator, der auf die Ungerechtigkeiten der Obrigkeit hinwies. Musikalisch untermalt verließen der damalige Vogt (Peter Maier) mit Gemahlin (Ariane Schröfel) wütend die Kirche.
Eingerahmt von passender Musik erfuhren die Besucher, dass der Aufstand des Armen Konrads in Markgröningen ohne Blutvergießen zu Ende ging, geändert hatte sich allerdings nichts. 1525 kam es beim Bauernkrieg in vielen Regionen des Landes zu erneutem Aufstand und Blutvergießen. In den zwei folgenden Jahrzehnten musste Markgröningen seine bedeutende Rolle in der Landespolitik abgeben und versank, geschwächt von fast einem Jahrhundert Krieg und Zerstörung, in einen „Dornröschenschlaf“.
Zeitgenössische Musik, vorgetragen vom Blasorchester und dem Spielmannszug des Musikvereins, verdeutlichten die Facetten dieser Zeit. Einblicke in das höfische Leben im Schloss in Ludwigsburg gab eine Hofdame (Ariane Schröfel), die sich gerade auf der Durchreise in Markgröningen befand. Sie wusste von einem besonderen Treffen zwischen Napoleon und dem späteren König Friedrich von Württemberg zu berichten und was Napoleon mit Beethoven verbindet. Das Blasorchester nahm dieses Stichwort auf und trug gefühlvoll ein Arrangement der "Romanze" aus der Sonate Pathetique vor. Das Facettenreichtum der Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert aber auch die Vielseitigkeit des Könnens der Musikerinnen und Musiker wusste Stadtmusikdirektor Georg ter Voert mit den folgenden Stücken unter Beweis zu stellen: wunderbare Hornklänge beim "Notturno" aus dem Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn Bartholdy, strahlende Trompetensignale und voller Orchesterklang beim "Einzug der Gäste auf der Wartburg aus der Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg“ von Richard Wagner und zarte Polkaklänge bei der "Annen-Polka" von Johann Strauß Sohn.

Humorvoll leitete die Stadtführerin mit den Kindern das Publikum in das 20. Jahrhundert, in dem nach den Weltkriegen Wohlstand in Markgröningen einzog. Internationale Klänge, wie der „Bolero“ von Maurice Ravel und „Children of Sanchez“ forderten das Orchester noch einmal, bevor mit „We are the world“, gesungen von Norbert Kretschmer und Sonja Waldvogel, das letzte Stück des Konzerts das Gotteshaus füllte.
Die Musiker/innen sowie die Schauspieler/innen wurden vom Publikum mit anhaltendem Applaus für dieses besondere Format des Konzerts mit Geschichte(n) belohnt. Eine verjazzte Version des Chorals „Nun danket alle Gott“ war die passende Zugabe und ein gelungener Abschluss.
